Buddha is everywhere

Buddha is everywhere

2. März 2019 Aus Von Tommy Seiter

Morgenpuja im Kloster Thikse

5.00 Tagwache, Guide und Fahrer erwarten mich schon, um rechtzeitig zur Morgenzeremonie im Kloster Thikse zu sein. Allerdings spielte der Wagen nicht mit, da es in der Nacht -20° hatte und der Diesel zu zähflüssig war, um den Motor ausreichend zu bedienen. Wir ruckelten ein paar hundert Meter, dann pumpte der Fahrer irgendwie am Motor herum, was jedoch alles nichts half – so ging es einige Kilometer „Stop and Go“. – Es lief uns die Zeit davon, weil die Puja natürlich nicht auf uns warten würde. – Die Kälte war extrem, der Fahrer versuchte sogar mit dem Mund den Diesel anzusaugen, nahm ein Maul voll, speite es wieder aus, aber nach ein paar hundert Meter standen wir wieder.

Zum Glück habe ich bei derartigen Aktionen großes Vertrauen, dass immer das Richtige geschieht, egal was. Schließlich half warmes Wasser die gefrorenen Leitungen aufzutauen und wir kamen gerade rechtzeitig beim beeindruckenden Kloster an, welches auch „Little Potala“ genannt wird, weil es dem Potala Palast in Lasa nach empfunden wurde.

Kloster Thikse

Der Dalai Lama ist auch des öfteren hier, um so mehr freute ich mich dieser authentischen Zeremonie beizuwohnen. Da ich auch hier der einzige Westler war, war es mir auch gestattet zu fotografieren, was sonst in den Klöstern meist verboten ist. Es wechselten Gesänge mit Teezeremonien und die meditative Stimmung berührte mich schnell und tief. Ich fühlte mich sogar intengriert, als ich mit den Mönchen Buttertee trinken konnte. Ein unbeschreibliches Erlebnis, das ich nie vergessen werde, wieder ein ganz großes Dankeschön!

Puja Kloster Thikse

Ein Tempel in diesem großen Komplex zeigte eine gewaltige Maitreya Statue (Buddha der Zukunft), die einen extremen Eindruck auf mich machte. Der Führer erklärte mir dann auch, dass dieser Buddha tatsächlich direkt das Herz anspricht und zum immer wieder kommen einladen soll. Das wäre schön … aber ich hoffe, dass ich die Erfahrung in meinem Herzen mit nach Hause nehmen kann.

Auf der kleinen Rundreise in Ladakh konnte ich noch zahlreiche buddhistische Klöster besuchen. Die meisten atemberaubend in den Berg hinein gebaut. Der Nachteil daran, dass sich im Winter kaum Touristen nach Ladakh verirren ist, dass ich des öfteren die Klöster nicht von innen besichtigen konnte. Denn die wenigen Mönche dort, waren oft nicht anwesend. Es ist mir aber lieber, die alten Klöster allein zu erleben. Im Sommer treffen täglich bis zu 10000 Gäste in Ladakh ein, diese schieben sich dann auch durch die Klöster, was für mich ein authentisches Erleben schwieriger machen würde.

Ausblick vom Kloster Thikse

Bei der Rundfahrt war auch die unheimliche Präsenz des Militärs sichtbar, etwa 70000 Soldaten sind hier stationiert. Ich finde den Gegensatz interessant zwischen dem allgegenwärtigen Frieden in den Klöstern und der kriegerischen Manifestation in den vielen Militärlagern. Sind wohl die Polaritäten, die sich gegenseitig bedingen und ohne Dualität kann es eben nichts auf der Welt geben.
Da es im benachbarten Kaschmir gerade Terroranschläge mit vielen Toten und einen ebenso verheerenden Gegenangriff der indischen Wehrmacht gegeben hat, ist es vielleicht auch ein gewisser Schutz.

So stellen auch die furchterregenden Gottheiten im Buddhismus einen krassen Gegensatz zu den friedvollen Buddhastatuen dar, allerdings sind auch diese lediglich zum Schutz da – also keine Angst …

Antike Wandgemälde
Kloster Basgo

Die Lebensweise der Menschen hier ist geprägt von der buddhistischen Lebensweise und überall begegnet man Menschen die mit Mala (Gebetskette) und oder Gebetsmühle unterwegs sind oder mantramurmelnd Stupas oder Kloster umrunden. Die Kunst drückt sich durch den Bau von eindrucksvollen Klöstern aus, die meist spektakulär in den Berg hinein gebaut wurden. Meine Tour zu den schönsten Heiligtümern Ladakhs teile ich gern in einem kommenden Beitrag. Ich freue mich sehr, wenn du meinen Blog teilen würdest.

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