On the road to heaven – die Klöster in Ladakh

On the road to heaven – die Klöster in Ladakh

10. März 2019 Aus Von Tommy Seiter

Die Straßen entlang des Industales sind Dank des Militärs gut ausgebaut. Eine Woche Rundreise mit Guide und Fahrer zu den kulturellen Highlights war geplant. Wir fuhren entlang mächtiger Gebirgsketten die über 6000 Meter in den oft stahlblauen Himmel ragten, – dann wieder durch tiefe Schluchten, wobei die Felswände gleich neben der Strasse hunderte Meter steil nach oben führten. Teilweise herrschte akute Steinschlaggefahr, da der Fels sehr brüchig war. Der Fahrer hatte zu tun, den Wagen durch die teils steinübersähten Streckenabschnitte zu lavieren und dabei aufzupassen, dass wir nicht selbst getroffen wurden.
Immer wieder ließen mich die unvorstellbaren und überwältigenden Steinformationen in den unterschiedlichsten Ausformungen vor Ehrfurcht ganz klein werden. So zeigte sich mir, dass ich ein Teil dieser Welt bin, aber angesichts dieser imposanten Naturschönheiten eben nur ein Staubkorn im großen Ganzen, welches allerdings glücklich ist hier sein zu können.

Zusammenfluss von Indus und Zanskar
Stupa Naro Palace bei Hemis

Es standen zahlreiche buddhistische Klöster am Programm, die meist spektakulär vor hunderten von Jahren in den Berg hinein gebaut wurden und vor den verschneiten Himalayagipfeln ein sagenhaftes Bild ergaben. Mich fasziniert immer wieder die gelebte Spiritulität. So konnte ich oft Gläubige das große Mantra – Om Mani Padme Hum – murmelnd beim umrunden der Stupas und drehen der allgegenwärtigen Gebetsmühlen beobachten. Es scheint mir das Wichtigste für Buddhisten ist, ihr Leben etwas Höherem hinzugeben und dabei immer auch für das Wohl der ganzen Menschheit zu bitten. Eine schöne Idee, die die Welt verbessern kann.

Kloster Tingmosgang
Stok Palace

Manche Klöster, wie z.B. Alchi sind an die 1000 Jahre alt und noch nahezu im Originalzustand zu bewundern. Von außen unscheinbar, beeindrucken die enormen Skulpturen und Malereien im Inneren umso mehr. Teilweise waren leider dilettantische Restaurierungsarbeiten an den Wandgemälden zu sehen, was aber die kraftvolle spirituelle Ausstrahlung nicht schmälern konnte. Ich hielt mich gern für kurze Meditationen in den Klöstern auf und ließ diese Kraft auf mich wirken. Es war zu kalt, um länger zu verweilen. Allerdings hatte mein winterlicher Besuch den Vorteil, dass ich die ganze Zeit über keinen einzigen Touristen zu Gesicht bekam und so das Erleben vollkommen authentisch war. Das war wohl der Grund, warum mich mein innerer Ruf zu dieser ungastlichen Zeit nach Ladakh führte

Die Straßen waren verkehrsfrei, ab und zu versperrten uns lediglich ein paar Tiere die Weiterfahrt.


So hatte ich das Gefühl eine Zeitreise zurück in eine ursprüngliche Welt zu machen, wie ich sie heutzutage nicht mehr für möglich gehalten hatte. Auch die genügsame Lebensweise der Ladakhis hautnah mitzuerleben war zwar für mich hart, aber eine Erfahrung wert. Hierzu möchte ich noch einen eigenen Beitrag verfassen.

Oft führten uns abgelegene Klöster in ursprüngliche Seitentäler, wo die Fahrwege dann auch recht abenteuerlich wurden. Der Höhepunkt war dann, als wir zum Kloster Ridzong auf über 4000 m aufbrachen und bald ein Weiterkommen auf dem schneebedeckten Weg nicht mehr möglich war. Zuerst versuchten wir gemeinsam den frischen Schnee an den steilen Stellen zu entfernen, was aber nur für ein paar Kehren half, dann steckten wir wieder fest, irgendwo im Nirgendwo. Es halfen nur Schneeketten, um unser Ziel zu erreichen.

Abenteuerliche Fahrt zum Kolster Ridzong

Die Belohnung war dann eine sehr friedliche Athmosphäre inmitten einer unbegrenzten Schneelandschaft, in der ich mir selbst wieder ein Stück näher kam. Ruhe und naturbelassene Landschaften helfen mir immer dabei, das Göttliche im Außen zu erkennen und mich aufgehoben zu fühlen. Danke, dass ich das erleben darf und dass du Interesse an meinen Erlebnissen zeigst. Wäre schön, wenn du meinen Beitrag teilen würdest.

Meditationshöhle

Vielen Dank auch dem liebenswürdigen Führer Sasi, dem sicheren Fahrer Namgail und Daniela von Gesar Travel, die für die perfekte Organisation verantwortlich war.

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